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Speisekammer einrichten: 17 Ideen für Regale, Vorräte und Ordnung

Die wenigsten Wohnungen in Deutschland haben einen eigenen Vorratsraum. Trotzdem hat fast jeder Haushalt eine Speisekammer, sie sieht nur selten so aus, wie man sie sich vorstellt. Sie steckt in einem schmalen Schrank neben dem Kühlschrank, in einer Nische hinter einem Vorhang, im Raum unter der Treppe oder hinter einer ganz gewöhnlichen Tür im Flur.

Eine Speisekammer ist deshalb keine Frage der Quadratmeter, sondern von drei Dingen: Tiefe, Klima und Ordnung. Regale, die zu tief sind, verschlucken Vorräte. Man kauft Dinge ein zweites Mal und findet die alten erst wieder, wenn sie abgelaufen sind. Ein Raum, der zu warm ist, taugt für Konserven, aber nicht für Kartoffeln. Und eine Kammer ohne feste Ordnung ist nach wenigen Monaten eine Abstellkammer mit Lebensmitteln darin.

Die folgenden 17 Ideen zeigen beides: wo eine Speisekammer überhaupt Platz findet, und wie sie eingerichtet sein muss, damit sie auch nach einem Jahr noch funktioniert.

Die Speisekammer ist kein Raum, sondern eine Funktion

Die begehbare Speisekammer: der Klassiker

Begehbare Speisekammer mit Regalen auf beiden Seiten und Fenster am Ende

Regale auf beiden Seiten, ein Fenster am Ende, in der Mitte genug Platz zum Stehen. So sieht die Kammer aus, die die meisten im Kopf haben. Damit sie funktioniert, sollten zwischen den gegenüberliegenden Regalen etwa 90 cm bleiben, sonst kann man sich nicht bücken, wenn unten eine Kiste steht. In der Küche selbst gelten 120 cm zwischen zwei Zeilen, hier reichen 90, weil keine Geräteklappen aufgehen.

Die Tür entscheidet, ob die Kammer benutzt wird

Offene salbeigrüne Tür mit Blick in eine Speisekammer mit Regalen und Unterschrank

Eine Speisekammer, die zwei Räume entfernt liegt, wird beim Kochen nicht benutzt. Sie füllt sich dann mit Dingen, die man selten braucht, und irgendwann steht der Vorrat doch wieder in der Küche. Wichtig ist außerdem die Öffnungsrichtung: Eine Tür, die nach innen aufgeht, kostet genau die Fläche, auf der sonst eine Kiste stehen könnte. Nach außen öffnen oder schieben ist fast immer besser.

Der Raum unter der Treppe

Speisekammer unter der Treppe mit gestuften Regalen hinter einer bündigen Tür

Unter der Treppe ist der Platz da, er hat nur eine ungewöhnliche Form. Am besten funktionieren gestufte Einbauten, die der Schräge folgen: vorne hoch für Gläser und Flaschen, hinten flach für Körbe und Kisten. Eine bündige Tür in der Wandfarbe lässt die Kammer verschwinden, wenn sie geschlossen ist, und der Flur wirkt nicht wie ein Abstellraum.

Die Nische mit Vorhang statt Tür

Wandnische mit Holzregalen und Leinenvorhang als Speisekammer

Die günstigste Lösung überhaupt, und die einzige, die auch in einer Mietwohnung ohne große Eingriffe geht: vier Bretter in eine vorhandene Nische, davor eine Leinenstoffbahn an einer Schiene. Der Vorhang verzeiht schiefe Wände, die eine Tür sofort verrät. Ehrlich bleiben sollte man trotzdem: Stoff hält weder Licht noch Küchengerüche so gut ab wie eine Tür.

Der schmale Schrank neben dem Kühlschrank

Schmaler Hochschrank neben dem Kühlschrank mit offener Tür und Gewürzregalen innen

In einer kleinen Küche ist die Speisekammer ein Schrank, und der sinnvollste Platz dafür ist direkt neben dem Kühlschrank. Dort ist die Tiefe ohnehin schon vorhanden, die Küchenzeile wird nicht unterbrochen, und beim Kochen holt man Kühles und Trockenes in einem Griff. 50 cm Breite auf voller Höhe fassen erstaunlich viel, wenn die Böden eng liegen.

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Der Vorratsschrank mitten in der Wohnung

Hoher Vorratsschrank mit zwei offenen Türen und Regalen an den Türinnenseiten

Ein Vorratsschrank muss nicht in der Küche stehen. Im Esszimmer oder im Flur übernimmt ein hoher Schrank mit zwei Türen dieselbe Aufgabe, und die Türinnenseiten tragen gleich mit. Das ist keine Notlösung, sondern die ältere Form: Der Buffet- und Vorratsschrank der Landhausküche stand jahrzehntelang genau so im Raum, lange bevor es Einbauküchen gab.

Der Apothekerschrank: alles von beiden Seiten

Ausgezogener Apothekerschrank mit Vorräten zwischen hohen Küchenfronten

Der Apothekerschrank löst das Tiefenproblem mechanisch: Der ganze Korpus fährt heraus, und man greift von links und rechts an jede Reihe. Nichts steht mehr hinter etwas anderem. Üblich sind Breiten von 30, 45 und 60 cm. Das Geld steckt hier nicht im Schrank, sondern im Auszug, und genau daran sollte man auch nicht sparen: Ein voll beladener Auszug trägt schnell 60 kg und mehr.

Tiefe: der Punkt, an dem die meisten Speisekammern scheitern

Flache Regale schlagen tiefe Regale

Flache Wandregale mit Vorratsgläsern in einer Reihe über einer Arbeitsplatte

Ein 60 cm tiefes Regal klingt nach doppeltem Stauraum, ist aber in Wahrheit ein Regal mit einer sichtbaren und einer unsichtbaren Hälfte. Was hinten steht, wird nicht vergessen, weil man unordentlich ist, sondern weil man es nicht sieht. 30 cm Tiefe reichen für Konserven, Gläser und die meisten Packungen und sorgen dafür, dass alles in einer Reihe steht.

Die Rückseite der Tür ist die flachste Fläche im Raum

Gewürzregale an der Innenseite einer Speisekammertür mit Gläsern und Tüten

Acht bis zehn Zentimeter genügen für Gewürzgläser, Tuben, Tütchen und kleine Essigflaschen, und genau so viel gibt die Türinnenseite her. Der Vorteil liegt nicht im Platz, sondern in der Übersicht: Auf einer so flachen Fläche kann grundsätzlich nichts hinter etwas anderem stehen. Nachrüsten lässt sich das auch an einer vorhandenen Tür, solange die Regale beim Schließen nicht an die Böden stoßen.

Volle Regale sind kein Chaos

Volle Vorratsregale mit Nudeln, Konserven, Müsli, Gläsern und Getränkekiste

Eine Speisekammer darf voll aussehen, das ist ihr Zweck. Ordnung entsteht nicht durch Leere, sondern durch Gruppen: Nudeln und Reis auf ein Brett, Konserven auf das nächste, Frühstück auf das dritte. Wenn jede Gruppe ihren festen Platz hat, sieht man den Bestand in zwei Sekunden, und der Einkaufszettel schreibt sich fast von selbst. Gemischte Verpackungen sind dabei völlig normal.

Klima: kühl, dunkel, trocken

Ein kühler Raum ersetzt ein halbes Kühlgerät

Kühle Speisekammer mit Fenster, Steinboden und Regalen aus dunklem Holz

Die klassische Speisekammer lag an der Nordseite und hatte ein kleines Fenster. Das war kein Zufall: Kühl, dunkel und luftig ist genau das, was Vorräte brauchen. Eine Kammer direkt neben Backofen, Heizung oder an einer Südwand wird im Sommer zum Wärmeschrank. Wichtiger als das Fenster ist dabei die Luft: Ohne Lüftung sammelt sich Feuchtigkeit, und Feuchtigkeit ist in einem Vorratsraum das größere Problem als Wärme.

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Kartoffeln, Zwiebeln und Wurzelgemüse gehören ins Dunkle

Dunkle Ecke der Speisekammer mit Kartoffelkiste, Möhren, Zwiebeln und Steingut

Für diese Vorräte ist die dunkle Bodenecke der beste Platz im ganzen Haus. Kartoffeln brauchen dunkel, kühl und luftig, deshalb gehören sie in Holzkisten oder Körbe und nicht in geschlossene Plastiktüten. Kartoffeln und Zwiebeln werden getrennt gelagert, nebeneinander treiben die Kartoffeln schneller aus. Steingut- und Tontöpfe auf dem Brett darüber halten Zwiebeln und Knoblauch trocken.

Schweres steht auf dem Boden

Getränkekisten, Wasserflaschen und Kartoffelsack auf dem Boden der Speisekammer

Getränkekisten, Kartoffelsäcke und große Vorratsbehälter gehören nicht auf ein Regalbrett, sondern auf den Boden. Das ist keine Frage der Optik, sondern der Statik und des Rückens. Wer das von Anfang an einplant, setzt das unterste Brett entsprechend höher, sodass zwei Kisten bequem darunter passen. Diese eine Entscheidung macht oft den Unterschied zwischen einer Kammer, die aufgeräumt bleibt, und einer, in der alles auf dem Boden landet.

Ordnung, die auch nach einem Jahr noch hält

Gläser funktionieren nur mit Etikett

Vorratsgläser mit handgeschriebenen Etiketten für Mehl, Haferflocken und Zucker

Vorratsgläser sind kein Deko-Thema, sondern ein System, und dieses System hat eine Schwachstelle: Mehl, Grieß, Puderzucker und Speisestärke sehen im Glas identisch aus. Ein handgeschriebenes Etikett mit Inhalt und Abfülldatum löst das in fünf Sekunden. Praktisch ist außerdem, das Etikett der Originalpackung mit der Zubereitungszeit auszuschneiden und innen mit ins Glas zu legen.

Körbe sind bewegliche Schubladen

Weißes Regal mit geflochtenen Körben als Ordnungssystem für Vorräte

Kleine Tüten, Päckchen und Beutel fallen auf einem offenen Brett um und rutschen nach hinten. In einem Korb bleiben sie zusammen, und der ganze Korb lässt sich herausziehen wie eine Schublade. Das ist die einfachste Nachrüstung für ein bestehendes Regal und kostet fast nichts. Damit es auf Dauer funktioniert, braucht jeder Korb ein Schild, sonst wird er zur Wundertüte.

Eingemachtes mit Datum, und das Älteste nach vorn

Regal mit eingemachten Gläsern in Reihen, beschriftet mit Inhalt und Datum

Bei Eingemachtem ist das Etikett keine Spielerei, sondern die einzige Information, die das Glas trägt. Inhalt und Datum, mit Bleistift oder Filzstift, reichen völlig. Wer neue Gläser konsequent nach hinten stellt und die älteren nach vorn zieht, muss nie etwas wegwerfen. Ein Brett für leere Gläser, Deckel und neue Gummiringe gehört mit dazu, sonst stehen die leeren Gläser am Ende in der Küche.

Die Speisekammer als zweite Arbeitsfläche

Eine schmale Arbeitsplatte schafft Platz in der Küche

Speisekammer mit schmaler Holzarbeitsplatte, Küchenmaschine und Kaffeemaschine

Wenn die Kammer breit genug ist, lohnt sich eine schmale Arbeitsplatte an einer Seite. Küchenmaschine, Kaffeemaschine und Toaster stehen dann hier statt auf der Küchenarbeitsplatte, bleiben aber angeschlossen und sofort benutzbar. Besonders in einer offenen Küche ist das viel wert, weil dort jedes Gerät den ganzen Abend im Blick steht. Wichtig ist nur, die Steckdosen von Anfang an mitzuplanen.

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Maße, die man beim Planen kennen sollte

Regaltiefe 30 cm für Konserven und Gläser, 40 cm im Maximum, unterstes Brett 50 bis 60 cm für Kisten. Abstand zwischen den Brettern 30 bis 40 cm, beim untersten mehr. Konsolen alle 60 bis 80 cm, sonst biegen sich die Bretter unter Konservendosen spürbar durch. Gang in der begehbaren Kammer mindestens 90 cm. Griffhöhe bis etwa 180 cm, alles darüber ist Lagerfläche für Dinge, die man zweimal im Jahr braucht. Beim Geld gilt eine einfache Regel: Bretter und Konsolen sind die günstigste Lösung überhaupt, teuer wird es erst bei Mechanik. Ein Apothekerauszug kostet mehr als der Schrank, in dem er steckt. Wer dagegen mit Brettern, Körben und einem Vorhang arbeitet, richtet eine ganze Kammer für den Preis einer einzigen Schrankfront ein, und sie funktioniert genauso gut.

Häufige Fragen

Wie tief sollten die Regale in einer Speisekammer sein?

30 cm sind für Konserven, Gläser und die meisten Packungen ideal, weil dann alles in einer Reihe steht und nichts hinter etwas anderem verschwindet. Mehr als 40 cm sollten es nicht sein. Nur das unterste Brett darf mit 50 bis 60 cm tiefer ausfallen, dort stehen ohnehin Kisten und große Behälter.

Wie kühl muss eine Speisekammer sein?

Für Konserven, Nudeln, Mehl und Gläser reicht normale Raumtemperatur. Kartoffeln, Zwiebeln und Wurzelgemüse brauchen es deutlich kühler und dunkler, deshalb lag die klassische Kammer an der Nordseite. Eine Kammer direkt neben Backofen oder Heizung ist für diese Vorräte nicht geeignet, für alles andere aber unproblematisch.

Braucht eine Speisekammer ein Fenster?

Nein, notwendig ist die Luft, nicht das Licht. Ein Lüftungsgitter in der Tür oder ein kleiner Abluftschacht genügt völlig. Ohne jede Lüftung sammelt sich Feuchtigkeit, und feuchte Luft schadet Vorräten mehr als ein paar Grad zu viel. Wo ein Fenster vorhanden ist, sollte es eher verschattet sein, denn direkte Sonne ist für Vorräte ungünstig.

Was macht man, wenn für eine Speisekammer überhaupt kein Platz da ist?

Dann wird sie zum Schrank. Ein 50 cm breiter Hochschrank neben dem Kühlschrank, Regale an der Türinnenseite, der Raum unter der Treppe oder eine Nische mit Vorhang decken den Vorrat eines Zweipersonenhaushalts problemlos ab. Entscheidend ist nicht die Fläche, sondern dass die Böden flach sind und alles in einer Reihe steht.

Speisekammer oder Apothekerschrank, was ist besser?

Das hängt vom Platz ab. Ein begehbarer Raum bietet mehr Volumen und nimmt auch Kisten und Getränke auf. Der Apothekerschrank ist teurer, löst dafür aber das Tiefenproblem mechanisch, weil man von beiden Seiten an jede Reihe kommt. In einer Wohnung ohne Vorratsraum ist er meist die praktischere Wahl.

Eine Speisekammer scheitert selten daran, dass sie zu klein ist. Sie scheitert daran, dass die Bretter zu tief sind, dass niemand an die hintere Reihe kommt und dass der Raum zu warm ist. Wer flach baut, Schweres auf den Boden stellt und für Luft sorgt, braucht dafür keinen eigenen Raum, sondern nur eine gut geplante Wand.

Weiter zum Thema Stauraum: offene Küchenregale zeigen, was sich außerhalb der Kammer sehen lassen darf, und in der Wohnküche entscheidet geschlossener Stauraum darüber, wie ruhig der ganze Raum am Abend wirkt.

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