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Wohnküche: 15 Ideen und was sie von der offenen Küche unterscheidet

Eine offene Küche entsteht, wenn eine Wand fällt. Eine Wohnküche war nie getrennt: Der Raum war immer ein Raum, und die Küche ist eine seiner Wände.

Der Unterschied klingt akademisch und ist es nicht. Bei der offenen Küche geht es darum, zwei Bereiche zu verbinden, die vorher getrennt waren. Bei der Wohnküche geht es um etwas anderes: Die Küche wird den ganzen Abend angeschaut.

Man sitzt darin. Man liest darin, arbeitet darin, empfängt Gäste darin. Die Arbeitsplatte, auf der mittags gekocht wurde, steht abends im Blickfeld, während jemand im Sessel sitzt. Eine Küche, die das aushält, ist anders geplant als eine, die man nach dem Kochen verlässt.

Die folgenden 15 Räume zeigen, was das konkret bedeutet.

Was eine Wohnküche ausmacht

Küchenzeile, Esstisch, Sessel: alles in einem Raum

Wohnküche mit Esstisch und Sessel am Fenster

Das ist die Grundform. Eine Zeile an der Wand, ein Tisch in der Mitte, und ein Sessel am Fenster, der nichts mit dem Kochen zu tun hat.

Der Sessel ist dabei nicht Dekoration, sondern das Merkmal, das diesen Raum von einer Küche mit Esstisch unterscheidet. Ein Esstisch heißt, dass hier gegessen wird. Ein Sessel heißt, dass hier auch geblieben wird, wenn niemand isst.

Wohnküche im Altbau

Blaue Wohnküche im Altbau mit hoher Decke und Fischgrätparkett

Hohe Decken, Stuck, Fischgrätparkett: In Altbauwohnungen ist die Wohnküche oft der größte Raum der Wohnung, und deshalb der, in dem man sich ohnehin aufhält.

Hier fällt etwas auf, das den Raum trägt: Die Küchenzeile ist in Tiefblau gehalten und wirkt wie ein Möbelstück, nicht wie eine Einbauküche. In einem Raum, in dem man sitzt, ist das die richtige Entscheidung.

Wenn der Raum viel Licht bekommt

Olivgrüne Wohnküche mit vielen Pflanzen am Fenster

Ein großes Fenster verändert, was in diesem Raum möglich ist. Pflanzen überleben hier, und sie tun etwas, das kein Möbelstück kann: Sie machen aus einem funktionalen Raum einen bewohnten.

Die olivgrüne Zeile nimmt das auf, statt dagegen zu arbeiten. Bei einer Küche, die den ganzen Tag im Blick ist, lohnt sich die Überlegung, ob sie farblich zum Rest des Raums gehört oder als Fremdkörper darin steht.

Abends wird die Küche angeschaut

Geschlossener Stauraum statt offener Regale

Wohnküche mit Vitrinenschrank und Esstisch

Das ist der praktischste Unterschied zwischen einer Wohnküche und einer normalen Küche, und er wird fast immer unterschätzt.

In einer geschlossenen Küche darf Unordnung stehen bleiben, weil die Tür zugeht. In einer Wohnküche sitzt man davor. Eine Wohnküche braucht deshalb mehr geschlossenen Stauraum, nicht weniger. Der Vitrinenschrank hier ist die charmante Variante davon: Er zeigt, was gezeigt werden soll, und verbirgt den Rest.

Wohnküche in einer kleinen Wohnung

Kleine Wohnküche mit rundem Tisch und Sessel

Wohnküche heißt nicht großer Raum. In vielen deutschen Wohnungen ist sie schlicht der einzige Raum außer dem Schlafzimmer.

Auf wenigen Quadratmetern entscheidet die Möbelauswahl alles: ein runder Tisch statt eckig, weil an einer Ecke niemand hängen bleibt, ein Sessel statt eines Sofas, ein Beistelltisch, der weggeschoben werden kann. Mehr dazu in den Ideen für kleine Küchen.

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Wo die Küche aufhört

Übergang von der Küchenzeile zum Wohnbereich mit Bodenwechsel

Hier ist genau der Punkt zu sehen, an dem der Küchenbereich endet: Die Fronten hören auf, der Fliesenboden geht in Holz und Teppich über, dahinter steht ein Sessel.

Dieser Bodenwechsel ist eine der wenigen Möglichkeiten, in einem Raum ohne Wände eine Grenze zu ziehen. Er muss dort liegen, wo die Arbeitszone tatsächlich endet, nicht in der Raummitte — sonst sieht es aus, als wäre der Boden ausgegangen.

Zonen trennen ohne Wände

Ein Teppich als Grenze

Wohnküche mit Teppich als Grenze zwischen Küche und Wohnbereich

Die einfachste und mit Abstand günstigste Zonierung. Der Teppich liegt unter der Wohn- und Essgruppe, der Küchenbereich bleibt auf dem blanken Boden.

Damit das funktioniert, muss der Teppich groß genug sein: Alle Stuhlbeine gehören darauf, auch wenn der Stuhl zurückgeschoben ist. Ein zu kleiner Teppich zoniert nicht, er sieht aus wie ein Untersetzer.

Die Insel als Trennlinie

Wohnküche mit Kochinsel als Trennlinie und Sitzgruppe dahinter

Wenn der Raum es hergibt, übernimmt eine Insel die Aufgabe der fehlenden Wand. Sie trennt optisch, ohne den Blick zu nehmen, und man steht beim Kochen mit dem Gesicht zum Raum statt zur Wand.

Die Bedingung ist bekannt: rundherum mindestens 100 cm, besser 120 cm. Alles darunter macht aus der Trennlinie ein Hindernis. Mehr dazu in den Ideen für die Kochinsel.

Langer Raum, Küche an einem Ende

Langer Raum mit Küche an einem Ende und Wohnbereich am anderen

In einem langen Raum wird die Zonierung fast von selbst gelöst: Die Küche besetzt ein Ende, der Wohnbereich das andere, und die Mitte gehört dem Tisch.

Das funktioniert besser als der Versuch, die Küche entlang der langen Wand zu ziehen. Dann nämlich läuft man die ganze Länge ab und der Rest des Raums wird zum Korridor.

Ein Sessel ist kein Luxus

Ein kleines Sofa an der Wand

Wohnküche mit kleinem Sofa und Couchtisch

Ein Zweisitzer braucht weniger Platz, als die meisten denken, und er verändert den Charakter des Raums vollständig. Ab hier ist es keine Küche mit Tisch mehr.

Wichtig ist, was davor steht. Ein Sofa ohne Tisch davor wird nicht benutzt, weil man nichts abstellen kann. Ein niedriger Couchtisch, und sei er noch so klein, entscheidet darüber, ob dort tatsächlich gesessen wird.

Bank an der Wand plus Sessel

Wohnküche mit langer Sitzbank an der Wand und Sessel

Die Bank spart genau den Platz, den Stühle zum Zurückschieben brauchen, oft 60 cm. Welcher Tisch und welche Stühle dazu passen, steht in den Ideen für den Essplatz. In einem Raum, der beides sein muss, ist das viel.

Der Sessel daneben ist die Ergänzung, die aus der Essgruppe eine Sitzgruppe macht. Auf einer Bank sitzt man zum Essen. In einem Sessel bleibt man danach.

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Die Eckbank

Wohnküche mit Eckbank und Esstisch in Terrakotta

Die klassische deutsche Lösung, und sie ist aus einem Grund klassisch: In der Ecke ist der Platz sonst schwer zu nutzen, und eine Bank bringt dort mehr Sitzplätze unter als Stühle.

Der Nachteil wird selten genannt: Wer innen sitzt, kommt nicht heraus, ohne dass die anderen aufstehen. In einem Haushalt mit kleinen Kindern ist das egal bis gut. Bei Gästen weniger.

Eine Leseecke in der Küche

Leseecke mit Sessel und Stehleuchte in der Wohnküche

Ein Sessel, eine Stehleuchte, ein kleiner Tisch. Mehr braucht es nicht, und es ist der günstigste Weg, aus einer Küche mit Esstisch eine Wohnküche zu machen.

Entscheidend ist die eigene Lichtquelle. Eine Leseecke, die von der Küchenbeleuchtung mitversorgt wird, ist keine Leseecke, sondern ein Stuhl in einer Küche.

Schwierige Grundrisse

Wohnküche unter der Dachschräge

Wohnküche unter der Dachschräge mit Dachfenster

Die Schräge macht Hängeschränke unmöglich und verschenkt Stauraum. Dafür schafft sie etwas, das flache Räume nicht haben: Der Bereich unter der höchsten Stelle wird automatisch zum Mittelpunkt.

Genau dorthin gehört der Tisch. Die Küchenzeile läuft an der niedrigen Wand, wo man ohnehin nur davor steht und nicht darunter sitzt.

Mit Ofen

Wohnküche mit Holzofen und Sessel davor

Ein Holzofen in der Wohnküche ist der stärkste Grund, sich in diesem Raum aufzuhalten, und er beantwortet die Frage nach dem Wohnbereich von selbst: Der Sessel steht da, wo der Ofen ist.

Praktisch gehört daneben ein Korb für Holz, und der Boden davor sollte etwas aushalten. Fliesen oder Stein sind hier keine Stilfrage.

Maße, Licht und Kosten

Was in einer Wohnküche gerechnet wird

Die Küchenmaße ändern sich nicht: Arbeitshöhe 10 bis 15 cm unter dem angewinkelten Ellenbogen, Arbeitstiefe 60 cm, zwischen Arbeitsplatte und Hängeschrank 50 bis 60 cm.

Dazu kommen die Maße des Wohnteils, und die werden öfter übersehen. Pro Person 60 cm Tischbreite. Zwischen Tischkante und Wand mindestens 80 cm, damit Stühle zurückgeschoben werden können, und 100 bis 120 cm, wenn dahinter jemand vorbeigehen soll. Alles gesammelt auf der Seite Küchenmaße und Küchenkosten.

Beim Licht braucht dieser Raum zwei getrennte Systeme. Arbeitslicht unter den Oberschränken zum Kochen, und warmes, tiefer hängendes Licht über Tisch und Sitzbereich für den Abend. Ein einziger Deckenspot für beides macht das Kochen unbequem und den Abend ungemütlich. Die Lichtfarbe gehört bei 2700 bis 3000 Kelvin; 4000 Kelvin lässt jeden Wohnraum nach Büro aussehen.

Und ein Punkt, der aus der offenen Küche bekannt ist und hier genauso gilt: Geräte stehen jetzt im Wohnzimmer. Unter 44 dB ist eine Spülmaschine im selben Raum kaum zu hören, über 48 dB stört sie, wenn jemand nebenan liest.

Bei den Kosten gilt dasselbe wie überall: Der Korpus ist selten teuer, die Arbeitsplatte schon. Pro laufendem Meter, ohne Zuschnitt und Montage: Laminat etwa 60 bis 150 Euro, Massivholz 150 bis 350 Euro, Quarzstein und Granit 250 bis 500 Euro, Keramik 400 bis 800 Euro.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Wohnküche und einer offenen Küche?

Bei der offenen Küche werden zwei vorher getrennte Bereiche verbunden, meistens durch das Entfernen einer Wand. Eine Wohnküche war nie getrennt: Der Raum ist ein Raum, und die Küche ist eine seiner Wände. Praktisch heißt das, dass in der Wohnküche gewohnt wird und nicht nur gegessen.

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Wie groß muss eine Wohnküche sein?

Es gibt kein Mindestmaß. Entscheidend ist, ob neben der Küchenzeile und dem Tisch noch ein Sessel oder ein kleines Sofa Platz findet, ohne dass Wege blockiert werden. In vielen kleinen Wohnungen reicht dafür ein Sessel am Fenster.

Wie trenne ich Küche und Wohnbereich ohne Wand?

Über drei Wege, die sich kombinieren lassen: ein Teppich unter der Wohngruppe, ein Bodenwechsel genau dort, wo die Arbeitszone endet, und getrenntes Licht für Kochbereich und Sitzbereich. Eine Kochinsel oder Halbinsel übernimmt die Aufgabe ebenfalls, braucht aber rundherum mindestens 100 cm.

Braucht eine Wohnküche mehr Stauraum als eine normale Küche?

Mehr geschlossenen Stauraum, ja. In einer geschlossenen Küche darf Unordnung stehen bleiben, weil die Tür zugeht. In einer Wohnküche sitzt man den ganzen Abend davor. Offene Regale sind deshalb nur dort sinnvoll, wo Geschirr steht, das täglich benutzt wird.

Welches Licht braucht eine Wohnküche?

Zwei getrennte Systeme. Arbeitslicht unter den Oberschränken zum Kochen und warmes, tief hängendes Licht über Tisch und Sitzbereich. Beides bei 2700 bis 3000 Kelvin. Ein einziger Deckenspot für den ganzen Raum funktioniert für keine der beiden Aufgaben.

Wenn du aus diesen 15 Räumen eine Sache mitnimmst, dann die Frage, die vor allen anderen kommt: Wird in diesem Raum gesessen, wenn nicht gekocht wird?

Wenn ja, ist es eine Wohnküche, und dann gelten andere Regeln als für eine Küche. Mehr geschlossener Stauraum, zwei Lichtsysteme, leise Geräte, und mindestens ein Möbelstück, das mit dem Kochen nichts zu tun hat.

Wenn nein, ist es eine Küche mit Esstisch, und das ist völlig in Ordnung. Nur sollte man dann auch nicht die Möbel einer Wohnküche hineinstellen und sich wundern, dass niemand sie benutzt.

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