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Stauraum in der Küche: 15 Ideen, die wirklich erreichbar sind

In den meisten Küchen fehlt kein Stauraum. Er ist nur nicht erreichbar.

Das lässt sich leicht überprüfen: Wer einen normalen Unterschrank mit Tür öffnet, sieht die vordere Hälfte. Um an die hintere zu kommen, muss man sich hinknien, mit dem Arm am Türrahmen vorbei greifen und alles herausnehmen, was davor steht. Dieser hintere Bereich existiert im Alltag praktisch nicht. Man weiß oft nicht einmal mehr, was dort steht.

Derselbe Rauminhalt als Auszug verhält sich völlig anders. Man zieht einmal, und der gesamte Inhalt kommt nach vorn, von oben sichtbar und von beiden Seiten erreichbar. Es ist genau dasselbe Volumen. Der Unterschied liegt nicht im Platz, sondern im Zugriff.

Die folgenden 15 Ideen drehen sich deshalb nicht um zusätzliche Schränke, sondern darum, das Vorhandene tatsächlich nutzbar zu machen: die Ecke, die Höhe, die schmalen Reste zwischen den Möbeln und die Orte, an denen Ordnung besonders schnell zusammenbricht.

Das eigentliche Problem ist der Zugriff, nicht der Platz

Auszüge statt Türen: die größte einzelne Verbesserung

Tiefer Vollauszug mit Töpfen, Pfannen und Schüsseln nebeneinander statt ineinander

Wenn an einer Küche nur eine Sache geändert werden kann, dann diese. Ein tiefer Auszug zeigt beim Öffnen seinen kompletten Inhalt von oben. Töpfe, Pfannen und Schüsseln stehen nebeneinander statt ineinander verschachtelt, und nichts verschwindet hinter etwas anderem. Der Schrank ist derselbe, die Nutzung eine andere. Beim Neukauf kostet das wenig mehr, beim Nachrüsten lassen sich Böden in vielen Korpussen gegen Auszüge tauschen.

Vollauszug heißt, dass auch die hinterste Reihe herauskommt

Vollauszug vollständig herausgezogen, auch die hinterste Reihe ist erreichbar

Zwischen Teilauszug und Vollauszug liegt der ganze Unterschied. Ein Teilauszug fährt nur etwa zwei Drittel heraus, der Rest bleibt im Korpus und damit im Dunkeln. Beim Vollauszug kommt die hintere Kante vollständig frei, und die hinterste Reihe ist genauso gut erreichbar wie die vorderste. Bei schweren Töpfen lohnt sich außerdem der Blick auf die Tragfähigkeit der Auszüge, sonst hängt die Front nach ein paar Jahren schief.

Ohne Einteilung ist eine Schublade nur eine Kiste

Schublade mit Besteckeinsatz aus Eiche, jedes Teil in einem eigenen Fach

Ein Auszug allein schafft noch keine Ordnung. Erst die Einteilung macht daraus ein System: Besteck in getrennten Fächern, Kochwerkzeug in eigenen Zonen, nichts, was übereinander rutscht. Massivholzeinsätze halten deutlich länger als Kunststoff und lassen sich passend zuschneiden. Wichtig ist, dass jedes Teil einen festen Platz hat, sonst kippt die Ordnung nach wenigen Wochen zurück.

Teller stehen besser, als sie liegen

Teller stehen hochkant zwischen Holzstäben in einer tiefen Schublade

Ein Stapel Teller im Schrank bedeutet, dass man immer den obersten nimmt und die unteren jahrelang nicht bewegt. In einer Schublade mit verstellbaren Holzstäben stehen Teller hochkant nebeneinander, und jeder einzelne lässt sich herausnehmen, ohne die anderen anzuheben. Das schont auch das Geschirr, weil nichts mehr aufeinander reibt.

Die Ecke, in der ein halber Kubikmeter verschwindet

Eine diagonale Front dreht die Ecke zum Raum

Eckschrank mit diagonaler Front, die Öffnung zeigt in den Raum statt an die Wand

Der Eckschrank ist die einzige Stelle in einer Küche, an der Stauraum wirklich verloren geht, denn die Öffnung zeigt an der Wand entlang statt in den Raum. Eine diagonal gesetzte Front dreht genau das um: Die Tür sitzt im Fünfundvierzig-Grad-Winkel über der Ecke, die Öffnung zeigt in den Raum, und feste Böden lassen sich von vorne einsehen. Keine Mechanik, kein beweglicher Beschlag, deutlich günstiger als Karussell und Auszug. Wie viel dieser Punkt bei der Planung ausmacht, steht ausführlich im Beitrag zur L-Form und U-Form.

Die Höhe, die fast überall verschenkt wird

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Im Hochschrank gehören Auszüge hinein, keine Böden

Hochschrank mit Innenauszügen statt fester Böden, Vorräte von oben sichtbar

Ein Hochschrank mit festen Böden hat dasselbe Problem wie ein Unterschrank mit Tür, nur in größerem Maßstab: Vorne sieht man alles, hinten nichts. Innenauszüge lösen das, weil sich jede Ebene einzeln herausziehen lässt und der komplette Vorrat von oben sichtbar wird. Wer Vorräte zusätzlich in einem eigenen Raum oder Schrank lagert, findet die passenden Maße im Beitrag zur Speisekammer.

Die vierzig Zentimeter unter der Decke

Aufsatzschränke schließen den Streifen zwischen Oberschrank und Decke

Zwischen Oberschrank und Decke bleiben fast immer dreißig bis vierzig Zentimeter frei, die nichts tun außer Staub zu sammeln. Aufsatzschränke in derselben Front schließen ihn, und die ganze Wand liest sich als eine Fläche statt als unterbrochene Reihe. Dort oben lagert, was zwei- bis dreimal im Jahr gebraucht wird: Einmachgläser, große Formen, Vorratsbehälter. Ein schmaler Klapptritt gehört dazu, sonst wird die Ebene nie benutzt.

Eine ganze Wand als geschlossener Block

Durchgehende Hochschrankzeile mit Geräten und Vorräten hinter einer Front

In größeren Küchen ist eine geschlossene Hochschrankzeile die ruhigste Lösung: Backofen, Kaffeemaschine und Vorräte verschwinden hinter einer durchgehenden Front, und der Raum bekommt eine klare Kante. Der Preis dafür ist Stellfläche, deshalb funktioniert das erst ab einer gewissen Raumtiefe. Dafür entfällt die Suche, weil alles an einem Ort steht.

Die Zentimeter, die niemand einplant

Flache Schubladen für Bleche, Gitter und Formen

Flache Sockelschublade mit Backblechen und Kuchengitter unter den Unterschränken

Backbleche, Kuchengitter und flache Formen passen in keinen normalen Schrank. Sie stehen hochkant irgendwo eingeklemmt oder liegen auf dem Ofen. Eine flache Schublade nimmt genau diese Teile auf, nebeneinander und flach liegend, und jedes einzelne lässt sich herausnehmen, ohne die anderen anzuheben. Wo darunter noch Platz ist, lohnt sich ein zweiter Blick auf den Sockel: zehn bis fünfzehn Zentimeter Höhe, die in fast jeder Küche ungenutzt bleiben und sich nachträglich als Schublade ausbauen lassen.

Fünfzehn Zentimeter reichen für einen Auszug

Fünfzehn Zentimeter breiter Flaschenauszug mit Öl, Essig und Gewürzen

Bleibt am Ende der Planung eine schmale Lücke, ist der Reflex meist eine Blende. Ein Flaschenauszug nutzt dieselbe Breite stattdessen vollständig: Öl, Essig, Gewürze und Folien stehen hochkant in einem schmalen Korb und sind von der Seite komplett einsehbar. Üblich sind fünfzehn, zwanzig und dreißig Zentimeter. Dieser Auszug gehört neben den Herd, denn dort wird der Inhalt tatsächlich gebraucht.

Wo kein Schrank mehr passt, passt ein Rollwagen

Schmaler Rollwagen in der Lücke zwischen Hochschrank und Wand

Nicht jede schmale Restfläche muss verbaut werden. Ein Rollwagen von rund dreißig Zentimetern Breite steht dort, wo für einen Schrank kein Platz mehr ist, lässt sich zum Arbeiten heranziehen und danach wieder zurückschieben. Der große Vorteil gegenüber einem festen Einbau: Er kostet fast nichts, braucht keine Montage und kann beim Umzug einfach mitgenommen werden.

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Die Wand über der Arbeitsplatte ist Stauraum

Reling mit Haken und Magnetleiste über der Arbeitsplatte hält Kochwerkzeug bereit

Kellen, Siebe, Messer und Gewürze liegen meist dort, wo eigentlich gearbeitet wird. Eine Reling mit Haken verlagert sie an die Wand: griffbereit, sichtbar und trotzdem nicht im Weg. Auch Messer hängen dort besser, als sie in der Schublade liegen, wo die Schneiden aneinander stoßen. Gewürze bekommen ein eingehängtes Regal an derselben Stange, statt auf der Arbeitsplatte zu stehen. Wichtig ist, unter den Oberschränken genug Licht zu haben, sonst arbeitet man im eigenen Schatten, siehe den Beitrag zur Küchenbeleuchtung.

Die Orte, an denen Ordnung als Erstes zusammenbricht

Unter der Spüle, wo das Rohr im Weg steht

Spülenunterschrank mit Türkörben und Abfallauszug rund um den Siphon geplant

Dieser Schrank ist in fast jeder Küche der unordentlichste, weil der Siphon mitten im Raum steht und feste Böden dort nicht funktionieren. Die Lösung besteht aus zwei Teilen: schmale Drahtkörbe neben dem Siphon für Flaschen, Schwämme und Putztücher, und daneben zwei getrennte Behälter für Abfall. Beides weicht dem Rohr aus, statt gegen es zu planen.

In der Mietküche zählt nur das Innenleben

Mietküche mit eingehängten Körben und Boxen im Inneren, Fronten unverändert

An der Front einer Einbauküche, die nicht einem selbst gehört, lässt sich wenig ändern. Innen dagegen fast alles: eingehängte Körbe an der Tür, flache Schubkästen, die auf den vorhandenen Boden gestellt werden, beschriftete Boxen, die sich wie eine Schublade herausziehen lassen. Nichts davon wird verschraubt, alles zieht beim Umzug mit. In einer kleinen Küche bringt das oft mehr als jede optische Änderung.

Eine Insel hat zwei Seiten, und beide können Schubladen sein

Kochinsel mit Schubladen auf beiden Seiten, eine zur Küche und eine zum Raum

Wird eine Insel nur von der Küchenseite aus bestückt, bleibt die Hälfte ihres Volumens ungenutzt. Auf der Raumseite lassen sich flache Schubladen für Tischwäsche, Besteck und Untersetzer unterbringen, also für alles, was zum Essen gehört und nicht zum Kochen. Der praktische Gewinn: Beim Tischdecken geht niemand mehr durch den Arbeitsbereich.

Maße, die beim Planen helfen

Auszugstiefe entspricht der Schranktiefe, also meist 60 cm; in der Kochinsel sind 65 bis 70 cm üblich. Tragfähigkeit der Auszüge beachten, besonders bei Töpfen und Geschirr. Hochschrankbreiten 30, 45, 50 und 60 cm, Flaschenauszüge 15, 20 und 30 cm. Sockelhöhe 10 bis 15 cm, genug für Backbleche. Greifhöhe bis etwa 180 cm; alles darüber ist Lagerfläche, kein Alltagsstauraum, und braucht einen Tritt. Weitere Zahlen stehen gesammelt in der Maßübersicht. Beim Geld gilt eine einfache Reihenfolge: Einteilungen und Körbe kosten wenig und wirken sofort, Auszüge liegen in der Mitte, und teuer wird es erst bei Beschlägen mit Mechanik. Wer ein begrenztes Budget hat, beginnt bei den Unterschränken, denn dort geht der meiste Zugriff verloren.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Umbau von Türen auf Auszüge nachträglich?

In vielen Küchen ja. Wenn die Korpusse in Ordnung sind, lassen sich feste Böden gegen Auszüge tauschen, ohne die Fronten zu wechseln. Entscheidend sind die Innenmaße des Korpus und die Frage, ob die vorhandene Tür bestehen bleibt oder durch eine Auszugsfront ersetzt wird. Bei einer sonst intakten Küche ist das die günstigste spürbare Verbesserung.

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Was ist der Unterschied zwischen Teilauszug und Vollauszug?

Ein Teilauszug fährt nur etwa zwei Drittel aus dem Korpus, der hintere Teil bleibt im Schrank und ist schlecht erreichbar. Ein Vollauszug kommt vollständig heraus, sodass auch die hinterste Reihe von oben sichtbar und greifbar ist. Bei tiefen Schubladen mit schwerem Inhalt ist das der wichtigere Unterschied als jede Front.

Was macht man mit dem Eckschrank?

Es gibt drei Wege. Eine diagonal gesetzte Front dreht die Öffnung in den Raum und braucht keine Mechanik, das ist die günstigste Lösung. Ein Auszug oder ein drehbarer Beschlag holt den Inhalt nach vorn, kostet aber deutlich mehr. Oder man plant die Ecke bewusst als Lagerfläche für selten Gebrauchtes und holt den fehlenden Stauraum an anderer Stelle zurück.

Wie viel Stauraum braucht eine Küche?

Das hängt weniger von der Personenzahl ab als davon, wie oft eingekauft und gekocht wird. Nützlicher als eine Zahl ist eine Faustregel: Alles, was täglich gebraucht wird, sollte zwischen Knie- und Augenhöhe stehen und ohne Bücken erreichbar sein. Was dafür keinen Platz findet, gehört nach oben oder in einen Vorratsschrank.

Was kann man in einer Mietküche verändern?

Das gesamte Innenleben. Eingehängte Körbe an den Türinnenseiten, flache Schubkästen auf vorhandenen Böden, beschriftete Boxen, Relings an der Wand mit wenigen Dübeln und ein Rollwagen in der Lücke. Nichts davon greift in die Fronten ein, und alles zieht beim Umzug mit.

Stauraum ist in den meisten Küchen kein Mengenproblem. Er liegt hinter Türen, in Ecken und über Kopfhöhe, und genau deshalb wird er nicht benutzt.

Wer Unterschränke auf Auszüge umstellt, die Ecke zum Raum dreht und die schmalen Reste zwischen den Möbeln mitplant, gewinnt keinen einzigen Quadratmeter dazu. Er bekommt nur endlich Zugriff auf den Platz, der ohnehin schon da war.

Was dagegen bewusst sichtbar bleiben darf, steht im Beitrag zu offenen Küchenregalen.

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